Amerika, die gekränkte Supermacht
Psychologische und kulturelle Hintergründe zur aktuellen Weltlage

Eine Nation, die sich uneingeschränkt als Herr im eigenen Hause empfand und
dies auch in den Symbolen ihrer Macht demonstrierte, musste am 11. September
2001 erkennen, dass sie von einer neuen, unberechenbaren und gleichsam
archaischen Gegenmacht bedroht wurde. Die Kränkung hinzunehmen, kam nicht in
Frage; denn hier stand viel mehr auf dem Spiel als Sicherheit, Öl und
Machterhalt. So begann der Krieg gegen den Terror, dessen zweite Stufe wir
gerade erleben. Weitere Stufen werden folgen.

Zur Rechtfertigung der Anwendung militärischer Gewalt erfand die
Bush-Administration die "Achse des Hasses" und taufte sie, als dies zu
schwach erschien, in "Achse des Bösen" um. So wurde aus dem Vorgehen gegen
den Terror ein Kreuzzug, der dabei ist, an den Grundfesten unserer
Zivilisation und des Dialog der Kulturen zu rütteln. Haben Dämonisierung und
Gewalt einmal mehr das letzte Wort, oder gibt es noch Chancen des Wandels zu
einer humaneren Welt?

Hans-Jürgen Heinrichs, Jg. 1945, mehrfach ausgezeichneter Autor
und Publizist, unterrichtete Ethologie und Psychoanalyse an verschiedenen
Universitäten. Er gilt als einer der führenden deutschen Kulturtheoretiker.
Bei Patmos erscheint demnächst sein Buch "Die gekränkte Supermacht. Amerika
auf der Couch".



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